Thingiverse STL reparieren

Thingiverse STL reparieren

Thingiverse STL reparieren

Grenzenlos sind die Möglichkeiten, die von den Plattformen YouImagine und Thingiverse geboten werden. Designer und Kontrukteure entwicklen CAD-Modelle (Computer Aided Design), die unter bestimmmten Voraussetzungen genutzt werden dürfen. So werden diese Modelle vom CAD-System direkt als STL-Datei exportiert. Diese Datei kann nun für den eigentlichen Druckprozess verwendet werden. Doch was passiert eigentlich bei defekten STL-Dateien? Die Communities bei Thingiverse und YouImagine sind sehr engagiert und meistens werden entsprechende Updates bezüglich jener Dateien geliefert. Ein reger Austausch von Makern stärkt das Kollektiv.

Auch wir haben uns mit einer defekten Datei beschäftigt und zeigen Möglichkeiten der Rekonstruktion auf, die unabhängig vom jeweiligen CAD-System und Entwicklern sind. Als Beispiel soll ein Bauteil aus dem StarTracker-Set von jjrobots dienen. An dieser Stelle einen Dank an den Designer für die Veröffentlichung.

Nach abschließenden Download wird die STL-Datei im STL-Viewer (hier Cura) geladen.

Wie zu errwarten, erscheint nach dem Laden ein Modell, welches im STL-Viewer begutachtet werden kann. Soweit nichts Neues. Doch nun seien Sie vorsichtig und misstrauisch! Um eine eindeutige Einsicht der Güte der Datei zubekommen und folglich über die Quälität des Druckergebnisses, lohnt es sich immer einen Blick in die Ansicht der Layerstruktur zu werfen.

Offensichtlich ist hier nämlich ein Fehler in der Druckdatei enthalten. Sofort fällt die fehlerhafte Layerstruktur der rechten Halterung auf. Sie fehlt nämlich zum Teil! Weiterhin ist zu erkennen, dass die Brim-Lagen auch nicht wie erwartet eine Symmetrie aufweisen. So ist das Teil also nicht zu gebrauchen, obwohl in der CAD-Ansicht der Anschein erweckt wird, es würde sich um eine einwandfreie Datei halten.

Um dieses Problem zu lösen, gibt es wie immer unzählige Möglichkeiten. Eine Möglichkeit bestehe darin mit einem CAD-System eine vereinfachte Flächenrückführung anzuwenden, oder einen Versuch zu starten das Bauteil in CAD zu vermessen. Sollten allerdings alle diese Bemühungen nicht zielführend sein, kann ein Reverse-Engineering über einen Opferdruck stattfinden. Durch die hier gültige Annahme der symmetrischen Anordnung und der Gleichheit der beiden Radien der Halterung wird das Teil bewusst fehlerhaft gedruckt. Nach Entfernung der fehlerhaften Layer, die sich als wirres Knäul aus dem 3D-Drucker offenbaren, lässt sich das Modell wie folgt zeigen.

Eine Ammerkung am Rande: Optimieren Sie die Füllung des Opferdruckes auf ein Minimum, um Ressourcen zu schonen.

Es ist zu erkennen, dass nun der rechte Radius, wie erwartet, fehlt. Sie können nun das Bauteil neu ausmessen und den rechten Radius im CAD-System (FreeCAD zum Beispiel) unter der Prämisse der Gleichheit hinzufügen. Danach erfolgt der Export vom Solid in eine neue, jetzt fehlerfreie, STL-Datei. Anschließend erhalten Sie eine neue komplette Druckdatei.

Wie zu erkennen ist, besteht der rechte Druck nun aus den von Anfang an gewollten geometrischen Features.

Fazit:

Sicherlich ist dieses Verfahren erst anzuwenden, wenn alle vorherigen Verfahren (Flächenrückführung, Messung etc.) und der Kontakt zum Maker nicht zielführend waren. Dennoch erweist es sich als außerordentlich effektiv und hat somit eine Daseinsberechtigung, obwohl Zeitaufwand und Muße dafür aufwendig sein können.